Maria Kaplan
Aramäischer Gesang

Aramäische Sprache

Aramäisch ist eine nordwest-semitische Sprache, die sich im Gebiet des heutigen Syrien und seinen umliegenden Gegenden entwickelte und in ihren ältesten Inschriften für das 9.-8. Jh. v. Chr. bezeugt ist. In wenigen kleinen Sprachinseln heute noch lebendig, schaut die Sprache auf eine fast 3000jährige Geschichte zurück.

Aramäisch unterteilt sich in "Turoyo", dem gesprochenen Dialekt und "Kthobonoyo" der geschriebenen Hochsprache. 

Die aramäische Sprache und ihre Literatur haben in vielfältiger Weise auf die Entstehung der biblischen Schriften eingewirkt. So sind Teile der biblischen Bücher Esra und Daniel in aramäischer Sprache abgefasst, was auch durch die Schriftrollen von Qumran belegt ist. Das aramäische Alphabet besaß nur 22 Buchstaben und man konnte es - anders als die akkadische Keilschrift, die mit Rohrgriffel in Tontäfelchen gedrückt wurde - mit Tinte auf Papyrus, Pergament und Leder schreiben.

Beginnend mit dem 5. Jh. v. Chr. begann sich Aramäisch in seiner Form als Reichssprache der Assyrer bzw. der Babylonier zur "Lingua Franca" des Vorderen und Mittleren Ostens zu entwickeln und verdrängte dort ab ca. 300 v. Chr. auch das Hebräische als Volkssprache. Es ist deshalb auch die Sprache von Jesus Christus und der frühesten Zeugnisse des Christentums.