"IN DER MUSIK HAT GOTT DEN MENSCHEN

DIE ERINNERUNG AN DAS VERLORENE PARADIES HINTERLASSEN"

Hildegard von Bingen

Sumerische Instrumente

Die Entdeckung einer goldenen Harfe (Balako) aus dem 24. Jahrhundert vor Christus enthüllt eine der ersten Musikskalen der Welt

Du bist Klang göttlichen Ursprungs

Wir Menschen sind alle mit einem individuellen Klang geboren, der immer gegenwärtig ist. Ein Klang, entsprungen aus dem kollektiven Ur-Klang, in Liebe gewebt und in jeder Zelle unseres Körpers gespeichert. Verwoben mit dem Klang unserer Seele, verbunden mit allen Seelen des Universums und allem Leben. Einige von uns können ihn hören, andere sehen und wieder andere, können ihn fühlen.

Indigene Völker im Einklang mit der Natur

Viele indigene Völker haben sich das Wissen über den Klang bewahrt. Oft leben sie im Einklang mit der Natur und Mutter Erde. Musik und Klang spielen bei ihren Zeremonien und Ritualen eine zentrale Rolle. Der Trommelschlag im Rhythmus des Herzens und der Erde reflektiert die Harmonie mit der Natur. So erfährt der Mensch immer wieder die unmittelbare Verbindung seines Herzens und seiner Seele mit der Schöpfung. Auf der Erde zu leben bedeutet, achtsam mit ihr und ihren Ressourcen umzugehen. 

Heilige Klänge in der aramäischen Liturgie

Auch die Aramäer verloren im Laufe der Jahrhunderte das Wissen über die Wirkung des Klangs. Erst durch "Ephraim der Syrer" (306-373), Philosoph & geistlicher Lehrer, fanden die heiligen Gesänge einen dauerhaften Platz in der aramäischen Liturgie. Mor Ephraim war die heilende Wirkung des Klangs bewusst und er verwandelte die Liturgie in heilige Harmonien. Die Kirchensäle waren gefüllt mit Frauen- und Männerchören. Ihr hingebungsvoller Gesang erinnerte die Menschen an ihre Urquelle und die Liebe die aus ihren Herzen strömte, erlaubte es ihnen, wieder im Einklang mit ihrer Seele zu sein.
"Ephraim der Syrer" galt als der Meister der Hymnen und ihm verdanken wir, dass bis heute die Gottesdienste der syrischen Liturgie gesungen werden. Er wird daher als „Die Harfe des heiligen Geistes“ (Kenoro d’Ruho d’Qudsho) oder „Sonne der Suryoye“ (Shemsho d’Suryoye) genannt. Seine musikalischen Werke wurden mündlich und schriftlich seit dem 3. Jh. bis heute in der Kirchenliturgie bewahrt.

Wurzeln der aramäischen Klänge

Die Wurzeln der aramäischen Klänge gehen zurück in die mesopotamische Welt, 4500 Jahre vor Christus. Archäologische Funde von sumerischen Instrumenten und ihre Bildnisse, bezeugen die damalige lebendige Musikkultur. In vielen Lebensbereichen waren Musikgruppen ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens.  Egal ob bei religiösen Zeremonien, staatlichen Feierlichkeiten, privaten Anlässen, Hochzeiten und auch bei schwerer Arbeit, waren Musiker gern gesehene Gäste und ihre Musikalität galt als großes Geschenk.

In den folgenden Generationen haben die Akkadäer, Assyrer, Aramäer und Babylonier die Musikgrundlagen der Sumerer übernommen und weiterentwickelt. Die Musik der Suryoye gilt als eine der ältesten ununterbrochen übertragenen Musikformen der Welt. In ihr sind die meisten gängigen Rhythmen des Orients und der Ägypter vollständig enthalten und wir können sie damit als unser aller Kulturgut bezeichnen. Dabei inspirieren die vielschichtigen, orientalischen Rhythmen zum Gebet und sie laden unsere Seelen zum ewigen Tanz ein.